Nachrüstung von Kläranlagen

Nachfolgende Informationen zur Problemtik auszugsweise aus:
Abwasserbeseitigung nach dem Stand der Technik bei privaten Kleinkläranlagen – Umsetzung gemäß Kleinkläranlagenverordnung bis zum 31. Dezember 2015 – Häufige Fragen von Grundstückseigentümern, Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Referat Siedlungswasserwirtschaft Grundwasser; Stand: 14. Januar 2015

Der Ersatz alter Anlagen durch moderne, biologisch arbeitende Kleinkläranlagen führt
zu einer wesentlichen Verringerung der Gewässerbelastung und zu einer nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung.
Die generelle Pflicht zur Abwasserbeseitigung nach dem Stand der Technik ergibt sich aus dem Wasserhaushaltsgesetz (§ 57 WHG), also einer bundesrechtlichen Vorgabe. Die konkreten Anpassungsfristen sind durch die Länder oder die zuständigen Wasserbehörden zu bestimmen. Die Frist zur Umsetzung wurde im Freistaat Sachsen in Anlehnung an die Frist der Wasserrahmenrichtlinie zur Erreichung des guten Zustandes der Gewässer auf den 31. Dezember 2015 festgelegt. Frist der Umstellung ist seit mehr als 13 Jahren festgesetzt und bekannt gegeben.

Welche dezentralen technischen Möglichkeiten gibt es und wie finde ich die für mich passende Lösung?

Sieht das Abwasserbeseitigungskonzept eine private Lösung für Ihr Grundstück vor, so sollten die folgenden Möglichkeiten entsprechend Ihren Randbedingungen Vor Ort geprüft werden:

biologische Kleinkläranlage für ein Grundstück
biologische Gruppenkleinkläranlage für mehrere Grundstücke (bis 50 Einwohnerwerte)
abflusslose Grube (für das gesamte anfallende Abwasser, einschließlich „Grauwasser“, ohne Regenwasser)
Dabei geht es generell um Neubau oder Nachrüstung. Voraussetzung ist immer, dass die Anlagen dicht sind.

Was kostet mich die Umstellung auf den Stand der Technik?

Nachfolgende Kosten (für Anlagenkosten einschließlich Einbau aber ohne Tiefbaukosten) sind mittlere Werte aus den seit 2007 in Sachsen gebauten und geförderten rund 35.000 vollbiologischen Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben (Stand Juni 2014).
Je nach örtlichen Verhältnissen (Untergrund, Leitungslängen) können die Kosten im Einzelfall höher oder niedriger sein.

Der Bau einer Sammelgrube kostet erfahrungsgemäß im Mittel etwa 3.000 EUR, ist aber auch abhängig vom Volumen. Die Entsorgungskosten sind in Abhängigkeit von der jeweiligen Satzung sehr unterschiedlich und liegen bei 2 bis 30 EUR pro m³ oder 60 bis 900 EUR pro Person und Jahr.

Der Bau einer biologischen Kleinkläranlage für 4 Einwohnerwerte (EW) kostet im Mittel rd. 5.300 EUR, bei weitergehender Reinigung rd. 5.400 EUR. Für die Nachrüstung einer Anlage ist im Mittel mit rd. 3.100 EUR zu rechnen. Die laufenden Kosten für Energie, Wartung und Schlammentsorgung für 4 EW betragen etwa 450 EUR im Jahr. Eine biologisch arbeitende Anlage für 20 – 30 EW kostet im Mittel rd. 15.500 EUR.

Der Bau einer Pflanzenkläranlage (spezielle Art einer Kleinkläranlage) kostet etwa 6.000 EUR. Laufende Kosten entstehen in der Regel nur für Wartung, Schlammentsorgung und ggf. zusätzlich für Fremdüberwachung (erforderlich bei Anlagen ohne Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt). Die Wartung ist i.d.R. nur einmal pro Jahr (nach Einlaufphase) notwendig. Die Kosten betragen dabei etwa 100 bis 150 EUR. Die Kosten für die Schlammentsorgung betragen (je nach örtlicher Satzung) etwa 4 bis 16 EUR pro Person im Jahr. Sofern eine Pumpe erforderlich ist, kommen bei einer 4 EW – Anlage 20 bis 30 EUR Energiekosten im Jahr hinzu. Die Kosten für eine eventuell erforderliche Fremdüberwachung (siehe oben) liegen je nach Festlegung im Einzelfall durch die untere Wasserbehörde zwischen etwa 300 EUR in den ersten beiden Betriebsjahren und etwa 50 bis 150 EUR ab dem dritten Betriebsjahr. Bei Summation der Kosten für Wartung, Schlamm und Energie ergeben sich durchschnittliche Gesamt Betriebskosten von rund 190 EUR pro Jahr (4-EW-Anlage).

Der Verschluss einer Kleinkläranlage und Betrieb als abflusslose Grube kostet rd. 300 bis 400 EUR.