Immobilienmarkt Lausitz – Bautzen

Bei den zahlreichen sich um den Immobilienmarkt der Lausitz drehenden Zeitungsartikeln der letzten Monate ist es nicht einfach, den Durchblick zu behalten.

So berichtet allein die Sächsische Zeitung mit folgenden Überschriften:

  • Hier gibt´s Land zu Schnäppchenpreisen (20. August 2013) …“Doch trotz niedriger Preise stagniert der Markt.“
  • Traum vom Eigenheim immer teurer (20. September 2013) …“Für Bauland und Häuser steigen die Preise…“
  • So teuer ist das Wohnen in Bautzen (4. Oktober 2013) …“Die Mieten in der Kreisstadt kennen nur eine Richtung: nach oben. Potentielle Bauherren trifft es genauso.“
  • Warum Bauplätze in Bautzen so knapp sind (8. November 2013) „… auch Platz für Eigenheime ist rar – und teuer.“

Die verbale Zuspitzung der Dramatik hat jedoch nichts mit dem Zeitverlauf d.h. der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt zu tun.

Bei oberflächliger Betrachtung handelt es sich nahezu um gegensätzliche Aussagen. Auf der einen Seite die Schnäppchenpreise mit stagnierendem Markt – auf der anderen Seite sind die Preise (zumindest für die hiesige Region) extrem hoch, weil in Bautzen keine Bauplätze mehr zur Verfügung stehen. Jedoch handelt es sich zunächst einmal um grundsätzlich verschiedene Aussagen über den Immobilienmarkt in unterschiedlichen Gebieten der Region Ostsachsen.

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass erhebliche Unterschiede im Preis sowie in der Angebot-Nachfragesituation bereits innerhalb weniger Meter und innerhalb eines Orts bestehen können. Vergleiche zwischen der Stadt Bautzen und ländlichen Dorfgemeinden der Lausitz ergeben unweigerlich signifikante Unterschiede. Auch kann man die Städte Bautzen, Löbau, Görlitz und Zittau nur bedingt miteinander vergleichen.

Verallgemeinern sollte man nicht – zumindest nicht ohne auf Ausnahmen, die spezielle Situation des Einzelfalls und die allgemeinen Umstände ausdrücklich hingewiesen zu haben.

Warum sind derartige Anmerkungen aber so wichtig?

Zum besseren Verstehen stellen Sie sich folgende Annonce vor:

Verkaufe Auto, VB 35.000 €, Tel: …

Was fehlt denn da? Natürlich, genauere Angaben über die Automarke, Laufleistung etc. Der Preis ansich und ohne weitere Angaben ist nur eine Zahl die den Wert von irgendetwas beschreibt, was man nicht kennt.

Liegen bereits Werte (Bodenrichtwerte, Mietpreise, etc.) vor, so sind diese immer im Kontext mit den Basisangaben (u.a. Lage, Größe, Ausstattung und Beschaffenheit) zu betrachten, da nur so eine Vergleichbarkeit hergestellt werden kann.

Der Normalverbraucher hingegen nimmt derartige Beträge häufig als gegeben hin, ohne weiter zu hinterfragen. So stellt sich mir zumindest die Situation im Gespräch mit Kunden dar.

Genaueren Aufschluss über bestehende Verhältnisse kann dabei nur eine detaillierte Recherche bringen. Immobilienbewertung heißt insofern den Markt zu kennen um regionale Besonderheiten entsprechend berücksichtigen zu können.

Ich bin für Sie als Sachverständiger für Immobilienbewertung seit 1999 vorwiegend in Sachsen und Brandenburg tätig.